Lions Club spendet 2.000 Euro für Vorbereitungsklassen

Lions Club spendet 2000 Euro für Vorbereitungsklassen an Breisacher Schulen.

BREISACH. Wir brauchen “nicht nur die nach dem Gesetz einzufordernde Hilfe, sondern nicht minder die persönliche Hilfsbereitschaft, in der sich ein Mensch ganz dem anderen zuwendet”. So formulierte der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker vor fast 25 Jahren die zentrale Zielsetzung des Lions Clubs. Die Mitglieder des Lions Clubs Breisach-Kaiserstuhl- Tuniberg legen dabei den Schwerpunkt auf die Unterstützung der Jugendarbeit. Integration wird gefördert.

Nachdem im vergangenen Dezember circa 300 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche vorwiegend aus Afghanistan, Syrien, dem Iran und dem Irak, die Flüchtlingsunterkünfte in der Murhau bezogen haben, beschloss der Vorstand des Lions Clubs nun, die Arbeit der Vorbereitungsklassen an der Hugo-Höfler-Realschule und an der Julius-Leber-Gemeinschaftsschule mit einer Spende von jeweils 2000 Euro zu unterstützen. Ziel ist es, damit die Integration der Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu fördern.

Schüler und Lehrkräfte freuen sich über den Scheck des Lions Club, den sie von Torsten Weismann (rechts) und Emil Göggel (Dritter von links) überreicht bekamen.

“Der Andrang und die Motivation der Kinder und Jugendlichen sind riesengroß. Unabhängig vom Alter wollen sie unbedingt die deutsche Sprache lernen, außerdem bietet die Schule die Möglichkeit, eine Struktur in den Alltag zu bekommen und unsere Kultur und Regeln
mitzuerleben und einzuüben”, fasste Christoph Wolk, Rektor der Hugo-Höfler-Realschule und verantwortlicher Koordinator für die Vorbereitungsklassen im Bereich westlicher Kaiserstuhl, dieSituation zusammen. An seiner Schule werden zurzeit fast 90 Schülerinnen und Schüler in drei Klassen unterrichtet, demnächst soll eine vierte Klasse genehmigt werden. Spracherwerb steht im Vordergrund

Zunächst steht natürlich das Lernen der Sprache in speziellen Förderklassen im Vordergrund. Nach und nach, je nach individuellem Lernfortschritt, werden die Kinder und Jugendlichen aber auch in die Regelklassen integriert. Dadurch lernen alle Beteiligten voneinander. Auch an der Julius-Leber-Schule arbeitet ein Team von Lehrerinnen und Lehrern mit den Kindern und Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Nationen bereits seit vier Jahren. Siegmund Früh und Ellen Bastian als Schulleitungsteam der Julius-Leber-Schule konnten die positiven Erfahrungen bestätigen.

Moderne Unterrichtsmaterialien
Der Vorsitzende des Lions Clubs Breisach-Kaiserstuhl-Tuniberg, Torsten Weismann, freute sich, diese Arbeit mit seiner Spende unterstützen zu können. Das Geld gibt den Teams der Vorbereitungsklassen die Möglichkeit, pädagogische Schwerpunkte zu setzen und die Arbeit in den Flüchtlingsklassen weiter zu optimieren. Beide Schulen wollen neben Wörterbüchern und spielerischem Unterrichtsmaterial vor allem auch Tablets anschaffen. “Wir haben Kinder mit so vielen unterschiedlichen Muttersprachen. Gerade für die Arbeit mit Texten – sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben – ist es außerordentlich hilfreich, wenn wir auf die in großer Zahl angebotenen Apps, Videoclips und Onlinematerialien zugreifen können”, beschrieb Evgenia Ntoko-Maurer von der Julius-Leber-Schule einen Schwerpunkt der Arbeit.

Auch Marie-Anne Entradas, eine der drei Lehrerinnen der Vorbereitungsklassen an der Hugo-Höfler-Realschule, bestätigte dies. Hinzu kämen interaktive Übungen und ganz besonders in der Phase des frühen Spracherwerbs die Chance, ein nahezu unerschöpfliches Angebot von Bildern zu nutzen. “Viele unserer Schüler können noch nicht lesen, teilweise auch nicht in ihrer Herkunftssprache. Tablets sind da  eine effektive Hilfe. Ich erkläre etwas – und zack ist das Bild dazu da! So lernen die Kinder schnell und nachhaltig.”

Wie wichtig es ist, den Spracherwerb zu fördern, bekräftigte auch Emil Göggel vom Lions Club. Die Schulen würden hier einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten. Dies wolle der Lions Club bewusst unterstützen. Er lud die Vertreter der beiden Schulen ein, bei einer der nächsten Zusammenkünfte der Clubmitglieder von den Erfahrungen mit den neuen Materialien zu berichten.
Autor: Manuela Schmitt