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LIONS CLASSIC 2012

Samstag, 16.06.2012 Breisach, 8.07 Uhr

 

Kein Wölkchen ist weit und breit zu sehen, der Himmel ist blau und die Sonne lacht auf Breisach herunter. Sie lacht so sehr, dass mir schon jetzt unangenehm bewusst wird, dass mein BMW 635CSI keine Klimaanlage hat, die ich mir heute vermutlich noch sehnlich wünschen werde. Die Rallye heute ist etwas besonderes. Nicht nur, dass es einen dritten Platz zu verteidigen gibt, nein viel, viel wichtiger als jeder Platz, jede Siegerehrung und jede Trophäe – heute ist Familienduell! Mein Schwager Michael kommt mit seinem Opel Ascona aus dem Schwäbischen, um endlich familienintern zu klären, welches Auto die Nase vorne hat. Wie viele Stunden haben wir über diese Sache schon diskutiert, haben das jeweils andere Auto genauestens inspiziert und jede noch so kleine Kleinigkeit hervorgezerrt. Als ich mir gerade vorstelle, dass ich bereits gewonnen habe bevor es überhaupt los geht, rattert er auf den Hof und gibt noch mal richtig Gas, damit auch wirklich alle wissen, dass er jetzt da ist. Die Autos sind aufgetankt und frisch poliert, gemeinsam fahren wir über die Grenze nach Frankreich zum Start.

 

Neuf-Brisach, 10.35 Uhr. Die Fahrerbesprechung haben wir gut herumgebracht und während mein Schwager und ich an der Bar einen Kaffee trinken und uns gegenseitig versichern, dass der andere keine Chance auf den Sieg hat, studieren unsere Copiloten Tanja und Nico genauestens die Roadmap und versuchen sich auf Ihre jeweilige Aufgabe als Beifahrer einzustimmen. Ich weiß nicht, wie es in Michaels Auto zugeht, aber ich weiß, dass meine Frau ordentlich geschimpft wird, wenn ich mich verfahren sollte. Der Opel meines Schwagers ist mit Baujahr 1979 ein Jahr älter als mein BMW, was ihm in der Aufstellung ganze vier Plätze Vorsprung verschafft. Während Tanja und ich noch in der Schlange vor dem Start stehen, hat er bereits seine Ehrenrunde um den Platz gedreht und winkt uns frech zu. So kann´s ja weitergehen, denke ich resigniert.

 

Ribeauvillé, 10.57 Uhr. Über Biesheim sind wir nach Ribeauvillé gestoßen. Von Michael weit und breit keine Spur. Allerdings sehen wir hier die erste Aufgabe: Reifenwechsel! Tanja und ich schlagen uns wacker mit irgend etwas um eine Minute herum. Mein Schwager, von dem auch hier nichts zu sehen ist, obwohl wir eine ganze Weile in der Schlange standen, bis wir dran waren, ist allerdings Automechaniker. Ich sehe ihn geradezu vor mir, wie er in zwanzig Sekunden den Reifenwechsel hinlegt und mit einem Grinsen im Gesicht meint, das habe er auch schon schneller hinbekommen. Unser Sieg im Familienduell rückt in weite Ferne.

 

Valff, 12.51 Uhr. Über St. Hippolyte, Dambach-la-Ville und Barr sind wir im 40 Grad heißen Auto zu unserer Mittagsrast nach Valff gelangt. Während Tanja mit bescheidenem Erfolg noch versucht einen Autoreifen durch einen Parcours zu jonglieren, habe ich bereits Michael und Nico ausgemacht. Satt vom Flammkuchen und siegesgewiss haben sie auf uns gewartet und warten auch tatsächlich, bis wir aufgegessen und alle noch einen Espresso getrunken haben. Immerhin sportlich sind die beiden. Gemeinsam fahren wir weiter Richtung Mt. St. Odile.

 

Mt. Ste. Odile, 14.38 Uhr. Michael und Nico halten sich erst gar nicht großartig auf sondern stürzen sich direkt in ein Bergrennen mit einem Porsche 911. Tanja und ich versuchen uns intellektuell und bei Fragen über die blinde Ottilie kann ich als Augenarzt natürlich punkten. Vielleicht ist im familieninternen Wettkampf ja doch noch nicht alles verloren. Der Opel ist zwar über alle Berge, wer kann aber schon sagen, ob ihm die Punkte aus der verpassten, oder sollte ich besser sagen verpatzten, Aufgabe nicht doch noch fehlen werden.

 

Ribeauvillé, Hunawihr, Riquewihr, 15.14 Uhr. Zwischen Ribeauvillé und Riquewihr bricht das Rallyechaos aus. Quasi auf jedem Feld-, Wald- und Wiesenweg sieht man ein, zwei oder mehr Oldtimer mal in die eine, mal in die andere Richtung fahren. Die Einfahrt in den unscheinbaren Weg in den Weinbergen ist schwer zu finden und so tuckeln die Boliden in alle Richtungen, so dass letztlich keiner mehr weiß, wo es überhaupt hingeht. Eine der Aufgaben lautet, herauszufinden, was die Hauptrebsorte der Gegend ist. En passant fragen wir einen älteren Mann, der im Weinberg arbeitet. Als der mir erzählen will, es handle sich um „Weißburgunder oder doch Edelzwicker?“ sehe ich unsere Erfolgsaussichten vollends davonschwimmen. Gerade als wir Riquewihr wieder verlassen und uns sicher sind, Michael erst wieder im Ziel zu sehen, fährt eben der uns entgegen und winkt wie wild.

 

Zellenberg, 15.52 Uhr. Ein ums andere Auto zieht an uns vorbei. Wir stehen am Straßenrand und warten auf den Schwager. Die Raserei mit dem Porsche hat den Opel kräftig Sprit gekostet, so dass dieser sich nicht nur im Weinberg verfahren hat, sondern auf der Suche nach einer geöffneten Tankstelle auch noch weit von der Route abgekommen ist. Mittels unserer Ortskenntnisse und unserer Handys bringen wir ihn wieder zurück auf den rechten Weg. Kleinlaut reiht er sich hinter uns ein und wir fahren im Konvoi zurück ins Ziel.

 

Breisach, 20.01 Uhr. Etwas müde aber glücklich sitzen wir auf der Weinland Baden und lassen den Tag Revue passieren. Michael erzählt wieder und wieder die Geschichte, wie er den Porsche am Mt. Ste. Odile abgehängt hat. Von mal zu mal werden es mehr Kurven, mehr Überholmanöver und mehr Gefahrensituationen. Ich lasse ihn gerne erzählen und genieße den Moment. Letztlich haben Tanja und ich klar gewonnen. Platz 6, während der Schwager und sein Copilot Nico aufgrund der verpassten Stationen irgendwo im Mittelfeld gelandet sind. Das Familienduell ging klar an uns und da stört es auch nicht weiter, dass wir abgemacht hatten, dass der Sieger am Abend den anderen frei halten muss. Ein spannender Tag geht zur Neige und ich freue mich schon auf 2014, wenn mein Schwager Revanche fordert und ich ihn abermals ins Abseits fahren kann.

 

LF Matthias Grüb 

 

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